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basic artikel:
der staat
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was ist der staat und wo kommt er her?
"den staat" oder staaten gibt es schon seit tausenden von jahren. aber es
gab sie nicht von "ewig her" sondern staaten entwickelten sich mit der menschlicher gesellschaften.
und auch ihre rechtfertigungen,
z.b. gott oder moral etc., entwickelten sich erst mit ihnen.
kennzeichen aller staaten ist eine loslösung gesellschaftlicher aufgaben von
der gesellschaft selbst und ihre übertragung an institutionen, die der
gesellschaft gegenüberstehen (gegen und über der gesellschaft).
ursprünglich waren das z.b. religiöse aufgaben, heute sind es fast alle
gesellschaftlichen aufgaben, z.b. in der politik oder verwaltung.
aber alle staaten entwickelten sich auf der grundlage von (und zusammen mit)
klassen, in die sich die gesellschaften gespalten haben. somit haben auch
alle entwickelteren staaten einen spezifischen klassencharakter, ob antiker,
mittelalterlicher oder moderner.
hier kommt dem staat (mit seinen eigenständigen institutionen) eine seiner
zentralen funktionen zu:
nur der staat konnte verhindern, dass sich diese kräfte innerhalb der
gesellschaft gegenseitig zerfleischen. er sichert bei zuspitzung der
klassenwidersprüche den ausgleich zwischen herrschenden und beherrschten klassen - zumindest versucht er es.
der moderne staat
das gilt besonders für bürgerliche staaten. der moderne staat entwickelte
sich (besonders in europa und nordamerika) auf der grundlage der
bürgerlichen gesellschaft. deshalb ist dieser staat auch ein bürgerlicher,
dessen aufgabe es ist, die bedingungen der (kapitalistischen) produktion
aufrecht zu erhalten. das heisst, dass -in letzter instanz- auch der
demokratische staat ein mittel zur vertretung der interessen einer
minderheit und zur unterdrückung der mehrheit ist.
auch der sozialstaat ist nur eine spezielle form zur erfüllung dieser
aufgabe. den 'unabhängigen staat' gibt und gab es nicht.
revolution und staat
da der staat sich auf der grundlage der klassengesellschaften entwickelt
hat, fällt seine gesellschaftliche funktion und notwendigkeit weg mit der
überwindung der klassen.
beides ist möglich geworden durch die entwicklung der modernen
produktivkräfte und den ihnen entsprechenden gesellschaftlichen
verhältnissen.
wenn eine revolution unsere klassengesellschaft, den kapitalismus, aufhebt,
würde also auch der staat überflüssig werden. die voraussetzungen zur
überwindung des staates wären geschaffen. die über oder außerhalb der
gesellschaft stehenden, eigentlich gesellschaftlichen aufgaben, könnten
wieder durch die gesellschaft selbst erledigt werden.
gesellschaft ohne staat
das heisst also eine gesellschaft ohne staat - aber ist das überhaupt
möglich?
die mitglieder der gesellschaft - die menschen - könnten sich wieder selber
um ihre (gesellschaftlichen) angelegenheiten kümmerm. alle bürokratie und
alle funktionen, bei denen der staat sich mit sich selbst beschäftigt,
könnten endlich wegfallen. möglich wird dies, außer durch den wegfall der
klassen, durch den fortschritt in der produktivität und der kommunikation
sowie durch die veränderung der menschen im kapitalismus und ihrer
selbstveränderung in der revolution.
dies gibt jedem den willen und die möglichkeit, zeitlich und
"informationstechnisch", bei der organisation der gesellschaft mitzuwirken.
wozu braucht es also noch einen staat, wenn es nichts zu unterdrücken gibt?
wozu im "dienst der gesellschaft" etwas verwalten wenn die gesellschaft ihre
"geschäfte" selber organisiert?
wohl nicht, weil es schon immer einen staat gab...
weitere artikel zum thema:
>> staatsfeind marx zum thema staat
>> zur revolutionstheorie...
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