zum geleit...

der deutsche und der russische kommunismus sind tot!

der communismus ist heute nur noch als theorie der niederlagen, als "marxismus-leninismus" in erinnerung geblieben. als wissenschaftliche theorie allerdings, wie er als erstes von marx und engels begründet wurde, ist er gänzlich unbekannt.
für marx und engels war der kapitalismus sowie seine entwicklung fortschrittlich, weil in ihm schon gesellschaftliche produktion stattfindet. erst eine entwickelte kapitalistische gesellschaft kann die grundlage für einen übergang zu einer noch fortschrittlicheren gesellschaft, dem kommunismus, schaffen. und zwar indem die vom kapitalismus geschaffenen produktionsmittel vergesellschaftet werden und zur gesellschaftlichen produktion noch eine gesellschaftliche aneignung kommt. hinzu kommt, dass der kapitalismus mit seinem eigenem fortschritt auch seinen eigenen totengräber - den modernen arbeiter - schafft und vermehrt. kurz: nur der kapitalismus schafft mit seiner entwicklung die geistigen und materiellen voraussetzungen seiner eigenen überwindung durch den kommunismus! für marx und engels war also klar: um so weiter sich der kapitalismus entwickelt, um so weiter also das kapitalverhältnis die gesellschaft durchdringt, um so besser sind die grundlagen für die künftige communistische umwälzung und eine neue gesellschaftsform.
namentlich marx hat in den drei bänden des "kapital" die grundlage dafür geschaffen, unsere heutige kapitalistische gesellschaftsordnung zu verstehen und wissenschaftlich zu analysieren. dies bedeutet sowohl ihren fortschrittlichen charakter in der geschichte der menschheit, als auch ihre historischen schranken in eben dieser zu begreifen.

das 20. jahrhundert

was dann allerdings im 20. jahrhundert passierte und uns heute vom communismus erhalten geblieben ist als ideologie des marxismus-leninismus, ist etwas grundlegend anderes. die revolution brach nicht dort aus, wo der kapitalismus am weitesten entwickelt war, sondern in einem rückständigen bauernland - russland. dort ahnte die absolute mehrheit der bevölkerung nicht einmal etwas von kapitalistischer produktion. sie bestand auch nicht aus modernen, von produktionsmitteln freien lohnarbeitern, wie marx dies als vorraussetzung zum kommunismus gesehen hatte, sondern im gegenteil aus bauern, organisiert in der slawischen dorfgemeinde. im russland von 1917 konnte es nicht darum gehen, die kapitalistische gesellschaft in die communistische umzuformen. hier ging es darum, unter umgehung des kapitalismus die grundlagen für eine communistische gesellschaft erst zu schaffen - und es bestand eine reale chance dazu.
es ist klar, dass diese besondere historische situation neue theorien und strategien hervorbrachte. auf dieser historischen grundlage entstand als subjektive wendung des marxismus der II. internationale lenins partei-, staats- und revolutionstheorie. nur in diesem zusammenhang ist der marxismus-leninismus zu betrachten.
was in russland 1917 erfolgverspreched begann, wurde auf ostdeutschem boden nur noch als trauerspiel wiederholt. der "aufbau des kommunismus" gegen den willen der arbeiterklasse und des volkes offenbarte sich in seiner krankhaften lächerlichkeit spätestens am 17 Juni 1953, als die SED-führung von sowjetischen soldaten auf die demonstrierende arbeiterklasse schießen ließ, um sich selbst im sattel zu halten. nicht genug des wahninns: 50 rotarmisten, befreier von der nationalsozialistischen barbarei, landeten vor erschießungskommandos, weil sie sich weigerten, diesen befehl auszuführen.
heute stehen wir vor einer anderen situation. die theorien von gestern geben für den heutigen klassenkampf rein gar nix mehr her. hinzu kommt, dass sie in der politischen und gesellschaftlichen praxis spätestens 1989 gescheitert sind. an lenins theorien festzuhalten, bedeutet, nicht nur verlorenen schlachten nachzuweinen sondern auch die modernen gesellschaftlichen verhältnisse zu ignorieren.

das 21. jahrhundert

1989 markiert das endgültige scheitern dieser epoche. das scheitern der bündnisse von arbeitern mit vorkapitalistischen klassen zur umgehung des kapitalismus - sprich das scheitern des marxismus-leninismus. die arbeiter polens und der ddr beendeten das 20. jahrhundert mit bürgerlichen revolutionen gegen staaten, die sich auf diese theorien beriefen. die anerkennung der tatsache, dass diese revolutionen einen historischen fortschritt markieren, ist grundvoraussetzung für communistische politik heute.
jetzt gilt, wie schon im kommunistischen manifest festgestellt, dass der siegreiche kapitalismus die klassengegensätze vereinfacht und die gesellschaft in zwei große lager spaltet: kapitalisten und lohnarbeiter. in der bürgerlichen republik können und werden die bedingungen zur überwindung des lohnsystem geschaffen - bis dass der totengräber der bourgeoisie sein werk vollendet! deshalb gilt es, den marxismus-leninismus zu überwinden und auf der grundlage des wissenschaftlichen communismus und seiner wurzeln bei marx und engels communistische politik und theorie zu entwickeln. in diesem sinne: nieder mit dem lohnsystem

es lebe der communismus !

[weiter zur startseite]
[enter]